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Große Besucherresonanz bei Veranstaltung mit Schlittenhunden auf der Pferdesportanlage Wintermühle - Zuschauen und Mitmachen HOCHTAUNUS (mg). Es trabten mal nicht die edlen Pferde über den Dressurplatz des Reitsportleistungszentrums Wintermühle, sondern über 100 Schlittenhunde verwandelten den Platz in einen großen Stake-Out. "So etwas habe ich noch nie gesehen. Das ist, als wäre man in Alaska bei den großen Hundeschlittenrennen live dabei", schwärmte Ingrid Löwer, die zwar selbst Hunde besitzt, aber ansonsten im Sattel unterwegs ist. Zufrieden sind auch die Organisatoren von Sleddogsports Nordhessen (SSNH), denn ursprünglich war das Schlittenhundecamp auf dem Großen Feldberg geplant, aber wegen der Eisglätte musste es innerhalb von nur drei Tagen nach Neu-Anspach verlegt werden. "Mit so einer riesigen Resonanz haben wir nicht gerechnet, wir sind nur noch glücklich", freute sich Christine Nickel, deren Mann Ralf zweiter Vorsitzender des SSNH ist. "Natürlich waren die Musher erst skeptisch aufgrund des neuen Geländes", erzählte Nickel, "aber alle waren so begeistert, dass sie sofort ihre Zusage für weitere Camps oder Rennen gaben." Hunderte von Besuchern strömten auf das Camp und immer, wenn die Musher ihre Hunde vor den Trainingswagen einspannten, bildeten sich Menschentrauben. Die Freude am Ziehen war bei den meisten Huskys so ausgeprägt, dass sie teils nur auf zwei Pfoten vom ihren Anbindeplatz bis zum Wagen gebracht werden konnten, denn sie schnellten vor Begeisterung in die Höhe. Musher Harald Krebs aus Amöneberg mit Frau Karin und Tochter Jenny hatte jedenfalls alle Hände voll zu tun, um ihre acht sibirischen Huskys bis zum erlösenden "Go", dem Startbefehl für die Hunde, einigermaßen ruhig zu halten. Zudem sorgten viele Helfer dafür, dass beim Anfahren des schnellen Gespanns niemand im Weg stand, denn Schlittenhunde erreichen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von bis zu 40 Kilometer in der Stunde. Ein wenig ruhiger ging es bei den angebotenen Mitfahrgelegenheiten für Zuschauer zu. Musher Thomas Geil spannte seine vier kräftigen alaskischen Malamuten ein, die ihrem Ruf als "Lokomotiven der Schlittenhunde" alle Ehre machten. Sie umrundeten den Platz sage und schreibe alleine am Sonntag 27 Mal, bis sie überhaupt erste Anzeichen von Müdigkeit zeigten. Nach nur einer Stunde Ruhepause zeigten sie beim Dog-Pulling-Wettbewerb, was für eine unbändige Zugkraft in ihnen steckt. Früher mussten die Hunde im eisigen Norden den über Nacht festgefrorenen und schwer beladenen Schlitten "loseisen" und dabei ihre ganze Kraft kurzfristig einsetzen. Heute wird dieses Anziehen nachempfunden, in dem die Hunde einen mit Gewichten beladenen Schlitten zehn Meter auf Zeit über den Rasenplatz ziehen. Mit weniger Gewicht durften auch die leichteren Huskys und Besucherhunde am Wettbewerb teilnehmen. Huskys unterschiedlichster Farbschattierungen traf man beim Musher-Paar Iris und Thomas Haack, die mit 20 Huskys auf dem Stake-out vertreten waren und ihr Hobby zum Beruf machten. "In der Behindertenbetreuung begann ich meine Hunde als Therapeuten einzusetzen, als ich merkte, dass die Betreuten positiv auf die Hunde reagierten. Daraus entstand das Konzept der tiergestützten Pädagogik mit Jugendlichen", erzählte Thomas Haack. Tiefere Gespräche mit den Mushern führten auch diejenigen, die an der Fragenbogenrallye teilnahmen. Denn nur ein echter Musher kannte die Antworten auf die kniffligen Fragen. Neben der Rallye wurde noch Hufeisenwerfen für die Kinder angeboten, die für das Mitmachen mit kleinen Sachpreisen belohnt wurden. Mit Vorführungen begeisterte die Dog-Dancing-Gruppe aus Frankfurt unter der Führung von Maria Horn und die Agility-Gruppe Hundefreunde Waldacker aus Rödermark. Sprecher Rolf Münch moderierte die Veranstaltung souverän und mit viel Humor. Er informierte die Besucher nicht nur über das Geschehen rund um den Schlittenhundesport, sondern wies auch auf das gastronomische Angebot der Wintermühle hin, die zusätzlich für die Besucher ein großes Zelt aufgebaut hatte. Musher Michael Parge, der den weitesten Weg aus Hamburg auf sich genommen hatte, freute sich ebenso, wie alle anderen aus Sachsen und Bayern, auf die nächste Veranstaltung, die wieder auf dem Großen Feldberg im Oktober stattfinden soll.
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