Als ich in Westerhausen angekommen war, fing ich sofort an das Zelt aufzuschlagen. Aber schon nach 10 Minuten war der Regen da. So als wollte das Wetter mir sagen, dass dieses Wochenende kein leichtes werde sollte. Ich war innerhalb von ein paar Minuten bis auf die Unterwäsche nass. Zum Glück hörte der Regen wieder auf und ging dann in Schnee über. Der Zeltplatz verwandelte sich in eine Schlammwüste und das Zelt stand immer noch nicht. Mittlerweile fror ich und ich wollte nur noch dieses blöde Zelt aufstellen und mich im Schlafsack verkriechen.
Nachdem das Zelt gestanden hat, brachte ich Alaska in das Zelt und ich zog mich erst einmal um. Schließlich wollte ich nicht vor dem Duell „Schlag den Matze“ krank werden. Was hat es eigentlich mit dem Duell auf sich? Klaus unser Hundezubehör Händler hat mich zu einen Rennen herausgefordert. Ich nahm natürlich und die Bedingungen wurden sofort ausgehandelt. Es soll ein Läufer Rennen werden. Er mit seinem Hund Akina und ich mit Alaska. Die Bedingungen hielt ich für mehr als ausgeglichen und so nahm ich sofort an. Akina mit 30 Kilogramm gegen Alaska mit 18 Kilogramm. Klaus mit mehr Lebenserfahrung gegen Matze der noch nicht einmal Dreißig Jahre alt ist. Alaska der Happy Dog gegen Akina die gerade mal 5 Jahre alt ist. Also steht es theoretische 2:1 für Klaus.
Es begann sofort das Trainingsduell im Internet. Klaus besorgte sich erst einmal einen Profitrainer und lief fast jeden Tag an den Elbwiesen in Wittenberg. Matze zog einen kompletten Trainigswagen mit Familie und Hund. Er ging sogar in ein Höhentrainingslager auf den Brocken. Denn nur der Profi weiß, dass sich bei der Höhenluft viele weiter rote Blutkörperchen bilden und somit ein erhöhter Sauerstofftransport sicher gestellt werden kann. Doch dabei kam es fast zur Katastrophe. Die Luft war so dünn, dass der Hund auf dem Gipfel umgefallen ist und Matze samt Hund nur mit Hilfe der Brockenbahn den Gipfel wieder verlassen konnte. So knapp den Tot endkommen machten sie erst einmal eine zwei Tägige Pause im Basiscamp auf dem Zeltplatz in Schierke.
Der Termin rückte nun immer näher und der Wettkampf stand unmittelbar vor der Tür. Der Start war für den 22.11. um 14Uhr geplant. Die Kontrahenten schafften es aber nicht zu diesem Termin pünktlich zu erscheinen und so waren die Beiden erst ganze drei Minuten später am Start. Der Stadionsprecher erklärte den Grund des Wettkampfes und sofort fiel der Startschuss. Unter den Jubel der Zuschauer stürmten die Beiden vom Startplatz weg und waren ziemlich schnell außer der Sichtweite der Zuschauer. Vereinzelt hielten sich Fans der Beiden an der Strecke auf. Unter jubel und Getöse flogen die Beiden an ihren Fans vorbei. Sie lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen und bis zum Schluss sollte dieses Duell spannend bleiben.
Unser Sportreporter fand heraus, dass die Beiden sogar im Rennen die Strecke verlassen hatten um eine Abkürzung zu nehmen. Matze wollte so den Klaus zu einer Disqualifikation zwingen. Doch die Beiden wurden von den Streckenposten entdeckt und da sie die gleiche Strecke rannten, waren die Bedingungen für die Streithähne ja gleiche. Mit einer Ermahnung passierten sie die Streckenposten und rannten auf das nächste Fiasko zu. Die beiden Hunde mussten quasi zur gleichen Zeit an derselben Stelle halten und ein Geschäft machen. Es ging wie in der Boxengasse der Formel 1 zu. Jede Sekunde zählte und so startete Klaus mit 10 Metern Vorsprung wieder in das Rennen. Alaska mit Wurstlegeproblemen und jede Menge Wasserverlust holte aber schnell durch ihren Gewichtsvorteil wieder auf. Bis kurz vor dem Ziel kam es bei dem Kopf an Kopf Rennen zu keiner Nennenswerten Veränderung. In der Plantage flog Matze mit dem Powerhund den Berg herunter. Rein Physikalisch müsste Klaus mit dem schweren Hund schneller sein, aber da die Beiden so viel Luft verdrängen mussten, waren sie doch langsamer. Matze war nur noch 300 Meter vom Ziel entfernt. Klaus war weit und breit nicht zu sehen. Für viele Stand der Sieger nun schon fest. Doch das Drama nahm weiter seinen Lauf. Nachdem Alaska Probleme mit dem Wurstlassen hatte, hatte Matze nun Probleme. Seine Schuhe sind aufgegangen und er musste mit seinen Eiskalten Fingern sie wieder zubinden. In diesen Moment schoss aber Klaus wieder vorbei und bog
auf die Zielgeraden ein. Matze erkannte diese Situation und beeilte sich. In der Hektik band er beide Schuhe zusammen und so verlor er weiter wertvolle Sekunden. Nach dem er das Problem gelöst hatte, schoss er wie ein geölter Blitz hinter seinen Kontrahenten hinterher. Spannender hätte es echt nicht werden können. Die Zuschauer jubelten im Ziel und die Beiden näherten sich diesen Lärmenden Massen. Matze kam immer näher und näher. Klaus spürte den heißen Atem von Alaska im Nacken. Doch mit einem Trick konnte er sich der Konkurrenz vom Leibe halten. Da der Weg nur 2 Meter breit war, lief sein Hund äußerst links und Klaus lief ganz Rechts. Da war an einen überholen nicht mehr zu denken. Auch wenn Matze es noch geschafft hätte, zu einem Fotofinish in das Ziel zu kommen, an Klaus wäre er niemals vorbei gekommen. So siegte er, the Champ of the year 2008 Klaus und Akina.
Aber eines sollte uns dieses Rennen zu bedenken geben. Egal wenn man Unterlegen ist, entscheidend ist nicht das ganze Rennen über besser zu sein, sondern zum Endscheidenden Zeitpunkt muss man besser sein. So wie Klaus kurz vor dem Ziel.